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Der Neubau der Kläranlage Poppenhausen hat begonnen

Poppenhausen (Wasserkuppe), den 19.02.2020

Ausbaugröße 4.000 EW – Technik: BIOCOS 4 Phasen-System

Vor einigen Tagen haben die Arbeiten zur Vorbereitung des Neubaus der zentralen Kläranlage Poppenhausen begonnen. Die jetzige Kläranlage ist etwa 47 Jahre alt und hatte eine Ausbaugröße für 2.800 Einwohnergleichwerte (EW). Die Kläranlage ist in ihrer Bausubstanz abgängig und die Reinigungsleistung genügt einerseits wegen ihrer Überlastung und andererseits wegen der gestiegenen Anforderungen nicht mehr den gesetzlichen Bestimmungen.

Etwa zwei Jahre haben sich die gemeindlichen Gremien mit Unterstützung des Ingenieurs für Abwassertechnik, Hans-Ulrich Schott, aus Hünfeld in Abstimmung mit dem Fachdienst Wasser und Boden beim Landkreis Fulda, der Oberen Abwasserbehörde beim Regierungspräsidium Kassel und dem Hessischen Umweltministerium mit dem geplanten Projekt der Erneuerung der Kläranlage befasst. Es wurde ein Förderantrag beim Land Hessen zur Finanzierungshilfe der Baumaßnahme gestellt und mehrere Varianten des Standortes und der Reinigungstechnik geprüft. Erst im Herbst 2019 fiel die Entscheidung zu Gunsten einer dem individuellen Bedarf der Gemeinde Poppenhausen (Wasserkuppe) angepassten Konzeption, die auch die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit beim Bau und beim laufenden Betrieb berücksichtigt.

Auf dem bisherigen Standort wird abschnittsweise bis zum Herbst 2022 der Neubau der Kläranlage realisiert.

So bleibt die benachbarte im Eigentum der Gemeinde stehende Wiesenfläche als möglicher neuer Standort zwischen der jetzigen Kläranlage und der Landesstraße unbelastet.

Die neue Kläranlage erhält eine Ausbaugröße für 4.000 EW. Dabei werden die jetzige Einwohnerzahl von ca. 2.700 Einwohnern mit angenommenem leichten Zuwachs, die Stoßzeiten der Tourismuswirtschaft (Beherbergung und Gastronomie) sowie die gewerbliche Abwasserbelastung berücksichtigt.

Bei der Abwassertechnik fiel die Entscheidung auf das vierphasigen BIOCOS-Verfahren, ein kontinuierliches Durchflussverfahren, das eine Kombination aus dem üblichen Belebtschlammverfahren sowie der SBR – Technik ist.

Die zweistraßige Belebtschlammanlage, unterscheidet sich im Hinblick auf Schlammanfall, Schlammbehandlung, Konsistenz des anfallenden Schlammes, Chemikalieneinsatz und sonstiger Nebenprodukte nicht von einer konventionellen Belebungsanlage.

Die beiden Reinigungsstraßen bestehen jeweils aus einem großen Belebungsbecken und zwei nachgeschalteten Nachklärbecken.

Zur Vorbereitung der Bauarbeiten wurde durch die heimische Firma Erdbau-Müller ein parallel zur Kläranlage führender Zubringerweg aufgebaut, der Damm zur Kläranlage geöffnet und ein Standplatz für einen Nachklärcontainer, für eine sog. Mikroflotationsanlage, befestigt.

Diese Nachkläranlage sichert die geforderte Reinigungsleistung der Abwässer für den Zeitraum des abschnittsweisen Rückbaus der beiden alten Oxydationsgräben und des Neubaus der zweistraßigen zuvor beschriebenen BIOCOS-Anlage. Nach Fertigstellung der Baumaßnahme einschließlich Einbau der mechanischen Technik samt neuer Rohleitungen und Erneuerung von Feinrechen, Sandfang, Elektrotechnik, Aufbau einer Klärschlammpresse mit Einhausung des Stellplatzes für Pressgutcontainer und Sanierung des Funktionsgebäudes kann auf die Nachkläranlage verzichtet werden, die dann an einen anderen Nutzer verkauft wird.

Die Bauleistungen wurden vergangene Woche ausgeschrieben, mehrere leistungsfähige Baufirmen nehmen an der Ausschreibung teil, deren Ergebnis im März 2020 eröffnet wird.

In der Zwischenzeit stellt das Team des gemeindlichen Bauhofs die Rohrverbindungen zur Nachkläranlage her und erledigt den Rückbau des einen Oxydationsgrabens, auf deren Fläche der Standort für die neue Reinigungsstraße angeordnet ist.

Die Tiefbauarbeiten für den Beckenbau der ersten von zwei Reinigungsstraßen beginnen dann im Mai und sollen im Herbst 2020 abgeschlossen sein. +++(M.H.)

Hier finden Sie den Pressebericht über den Neubau der Kläranlage Poppenhausen als pdf-Datei.

Fotos: Gemeinde


Die neu angelegte Baustraße mit dem geöffneten Damm.


Der Standort für den Container für die Mikroflotation (Nachkläranlage)
Beim Abladen der Mikroflotationsanlage


Nach dem Abladen musste für die genaue Position rangiert werden.

 

Foto: Geschafft! – Bauhofleiter Markus Heller ist zufrieden und löst die Ketten.