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Neubau einer viergruppigen Kindertagesstätte

Poppenhausen (Wasserkuppe), den 26.04.2018

Gute Kinderbetreuung und Kinderbildung sind wichtige Standortfaktoren Einstimmiger Beschluss der Gemeindevertretung

 

In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung wurde der einstimmige Beschluss gefasst, dass die politische Gemeinde Poppenhausen (Wasserkuppe) am Standort „Spielplatzgelände Am Sandfeld“ eine neue 4-gruppige Kindertagesstätte errichtet und in Eigenregie betreibt. Vorausgegangen war ein etwa 5 Monate dauernder Beratungs- und Entwicklungsprozess.
Im November 2017 besuchten die Elternbeiräte der katholischen Kirchengemeinde St. Elisabeth den Bürgermeister im Rathaus und teilten in einem Informationsgespräch mit, dass in der katholischen Kindertagesstätte die Zahl der Betreuungsplätze für das Kindergartenjahr 2018/2019 nicht ausreichen wird.
Der zusätzliche Bedarf an Plätzen wurde in einer gemeinsamen Besprechung mit der Leiterin der kath. Kita-Leiterin St. Elisabeth u. Pfarrer Rauch am 07.12.2017 bestätigt.
Mitte Dezember 2017 stellte Bürgermeister Manfred Helfrich in der Gemeindevertretersitzung die Kindergartenbedarfsplanung 2018 ff. vor. Diese ließ erkennen, dass die Betreuungsplätze für die 3 – 6 1/2-jährigen Kinder in der Kindertagesstätte St. Elisabeth jetzt und in den nächsten Jahren nicht ausreichen werden. Gemäß der tatsächlichen Geburtenrate der vergangenen Jahre und den Zukunftsprognosen ist von einem Platzbedarf von ca. 90 Kindern auszugehen, für die ein Betreuungsplatz nach den Vorschriften des KiföG zur Verfügung zu stellen ist.
Die politische Gemeinde Poppenhausen (Wasserkuppe) ist zuständig für die Kinderbetreuung. Sie will und muss sich ihrer gesetzlichen Verpflichtung stellen, um möglichst allen Kindern einen Betreuungsplatz anbieten zu können.
Zunächst wurde die Möglichkeit eines Anbaus an die Kindertagesstätte St. Elisabeth geprüft.
Sowohl die politische Gemeinde als auch die Kirchengemeinde bemühten sich beim Nachbarn um den Ankauf einer Grundstücksfläche, die für die Realisierung eines Anbaus benötigt würde. Leider konnte sich der Grundstückseigentümer nach eingehender Prüfung nicht zu einem Verkauf durchringen.
Anfang Januar 2018 gab die kath. Kirchengemeinde St. Georg bekannt, dass das Bistum Fulda künftig bei Anbau, Umbau oder Erweiterung sowohl im investiven Bereich als auch bei den Unterhaltung- und Bewirtschaftung eine 100 %-ige Übernahme der Kosten von der für die Kinderbetreuung zuständigen Kommune fordert.
Bei der gemeinsamen Besprechung am 07.02.2018 setzte der Bürgermeister den Verwaltungsrat der katholischen Kirchengemeinde St. Georg von der Haltung des Gemeindevorstandes der Gemeinde Poppenhausen (Wasserkuppe) in Kenntnis, dass die politische Gemeinde durch die Forderung der vollständigen Kostenübernahme sowie die mangelnde Entwicklungsmöglichkeit des jetzigen Standortes künftig nicht mehr in die katholische Kindertagesstätte investieren werde.
In dieser Besprechung wurde der Verwaltungsrat außerdem von der Empfehlung des Fachdienstes Kindergärten beim Landkreis Fulda in Kenntnis gesetzt, dass die politische Gemeinde an einer anderen Stelle eine neue Kindertagesstätte in eigener Regie errichten und betreiben möge.
Pfarrer Rauch und die überwiegende Zahl der anwesenden Verwaltungsräte begrüßten diese Möglichkeit. Da die Zuständigkeit für die Kinderbetreuung bei der politischen Gemeinde liege, würde die Kirchengemeinde wohltuend entlastet.
In der zusammenfassenden Bewertung sprechen die Fakten gegen das Festhalten am Standort der katholischen Kindertagesstätte St. Elisabeth, der wenig Zukunft habe:

 

  • Das Raum- und Nutzungskonzept stammt aus den 60-er Jahren.
  • Das Gebäude ist nicht mehr zeitgemäß, die Räume reichen nicht aus.
  • Es gibt keine Möglichkeit der Grundstückserweiterung,
  • Nach Absage für Grundstückserwerb ist kein Anbau möglich.
  • Ebenso ist keine Erweiterung der Freifläche möglich.
  • s gibt dort keine Parkplätze für die Beschäftigten, deren Fahrzeuge im oder im erweiterten Einmündungsbereich Georgstraße/Marienstraße abgestellt sind.
  • Es gibt keine Bring- und Hol-Zone für die Kinder.
  • Alle Vorgänge finden nicht ohne Gefahr im Einmündungsbereich statt.

 

Im Monat März 2018 wurden zunächst weitere Möglichkeiten der Neuschaffung von Kinderbetreuungsplätzen geprüft. Es gab Überlegungen eines Anbaus an die Kinderkrippe „Das Entdeckernest“ oder die Aufstockung von diesem Gebäude.
Ein Architekt erstellte Entwürfe und Planungsvarianten für eine Beratung.
Für die Realisierung des Anbaus wäre der Ankauf einer Grundstücksfläche von dem rechtsseitigen Nachbarn erforderlich gewesen, bei einer Aufstockung dessen Einverständnis für eine Grenzbebauung.
Da sich der Nachbar nach gründlicher Überlegung sowohl gegen den Verkauf eines Teilgrundstücks sowie gegen eine Grenzbebauung für eine Aufstockung aussprach, konnte auch diese Überlegung nicht weiterverfolgt werden.
Bei der sich anschließenden Beratung mit dem Fachdienst Kindergärten beim Landkreis Fulda sowie in den gemeindlichen Gremien reifte der Entschluss für den Neubau einer 4-gruppigen Kindertagesstätte.
In der Stellungnahme des Fachdienstes Kindergärten beim Landkreis Fulda heißt es:
„Da die Kindergartenbedarfsplanung der Gemeinde Poppenhausen (Wasserkuppe) eine Erweiterung des Betreuungsangebotes verlangt und die Gesamtumstände der baulichen und örtlichen Gegebenheiten der Kindertagesstätte St. Elisabeth (-siehe vorgenannte Fakten!) keine bedarfsgerechte Entwicklung zulassen, sprechen die Umstände für einen Neubau einer viergruppigen Kindertagesstätte an anderer Stelle.“
Nach eingehender Überlegung wurde im Rathaus das gemeindeeigene Grundstück „Spielplatz Am Sandfeld“ mit einer Größe von 2700 qm für den künftigen Standort einer neuen Kindertagesstätte vorgeschlagen.
Die gemeindlichen Gremien Gemeindevorstand, Haupt- und Finanzausschuss, der Ausschuss für Bauwesen sprachen sich in der Vorbereitung der Sitzung der Gemeindevertretung der Gemeinde Poppenhausen (Wasserkuppe), die am Do., 19. April 2018 stattfand, für die Vorgehensweise und den vorgeschlagenen Standort aus, der folgende Vorteile erkennen lässt:
Ein integriertes gut bebaubares Grundstück, das sich im Eigentum der Gemeinde befindet.

 

  • Die Realisierung eines modernen zeitgemäßen Raum- und Nutzungskonzeptes ist dort sehr gut möglich.
  • Die Nähe zum Kinderhort im Von-Steinrück-Haus,
  • Die Nähe zur Sport- und Freizeitanlage Lüttergrund
  • Die Nähe zur Grundschule
  • Die Möglichkeit der Mitbenutzung des großen Parkplatzes
  • Durch die Belegungszeiten (Kindertagesstätte - Wochentags bis zum Nachmittag, Von-Steinrück-Haus – meist am Abend und am Wochenende) sind keine Nutzungskonflikte zu erwarten

 

Ein öffentlicher Spielplatz soll dort, wenn auch auf reduzierter Fläche, erhalten bleiben.
Die Baumaßnahme wurde bereits durch den Fachdienst Bauen beim Landkreis Fulda vorgeprüft. Einer Baugenehmigung an dieser Stelle stehe nichts im Wege, so der zuständige Sachbearbeiter.
Mit dem Beschluss für den Neubau der Kindertagesstätte, der einstimmig erging, wurde der Gemeindevorstand beauftragt, die notwendigen Schritte zur Vorbereitung und Umsetzung der Maßnahme einzuleiten.
Der Gemeindevorstand wird die verbleibenden Monate des Jahres 2018 nutzen, um in einem Arbeitskreis eine Ideenfindung durchzuführen und den Bauantrag auf den Weg zu bringen. Anfang 2019 soll mit dem Bau der neuen Kindertagesstätte begonnen werden.
Je nach Baufortschritt, voraussichtlicher Fertigstellung und Inbetriebnahme der neuen Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtung sollen die Formalitäten für die Übernahme des Betriebes der Kindertagesstätte auf den Weg gebracht werden.
Die Höhe der Gesamtkosten für das Projekt sind von der Ausführungsplanung abhängig, die noch zu erarbeiten und festzulegen ist.
Für die anteilige Finanzierung stehen gemäß schriftlicher Bestätigung des Fachdienstes Kindergärten beim Landkreis Fulda Bundes- und Landesmittel in Höhe von 400.000,00 € zur Verfügung, außerdem kann mit einem Investitionskostenzuschuss in Höhe von 200.000,00 € aus dem Landesprogramm HESSENKASSE gerechnet werden. In der Hoffnung auf einen Zuschuss vom Landkreis könnten für die Anschubfinanzierung über 600.000,00 € zur Verfügung stehen.
Bis zur Fertigstellung der neuen Einrichtung erhält die politische Gemeinde für die Kinderkrippe „Das Entdeckernest“ eine neue Betriebserlaubnis, die übergangsweise bis 2020 eine zusätzliche Aufnahme von Kindern erlaubt.
Nach Realisierung des Neubaus kann die Gemeinde Poppenhausen mit Kinderkrippe, Kindertagesstätte und Kinderhort ein in sich schlüssiges, modernes und leistungsfähiges Kinderbetreuungs- und Kinderbildungskonzept anbieten, das zudem Synergieeffekte zulässt: Beispielsweise kann das Fachpersonal bei Bedarf in allen drei Einrichtungen eingesetzt werden. +++ (M.H.)

 

Foto: Die Luftaufnahme zeigt das quadratisch geschnittene Grundstück Groenhoffstraße/Ecke Am Sandfeld, auf dem die neue Kindertagesstätte gebaut werden soll.